Rätselspecial
Zürich 1976–2026
Rätselspecial zur Ausstellung
Fünf Jahrzehnte Stadtgeschichte in elf Kapiteln: Vom Ypsilon über die Opernhauskrawalle bis zur Velostadt. Jedes Kapitel bringt mehrere Bilderrätsel – nach dem Lösen gibt es den Ausstellungstext und passende Fernsehbeiträge aus dem SRF-Archiv.
11 Kapitel · 42 Rätsel
Kapitel 1
Ypsilon und Westtangente
Das Ypsilon und die Westtangente waren Teil der Nationalstrassenplanung der 1960er-Jahre: Bei der Limmat, zwischen Platzspitz und Kornhausbrücke, sollten drei Autobahnen wie ein Ypsilon zusammenkommen und Richtung Osten, Norden und Westen aus der Stadt führen. Das Projekt stiess auf grossen Widerstand und wurde nie vollständig realisiert. Die Sihlhochstrasse zeigt bis heute, welche einschneidenden Folgen eine vollständige Umsetzung gehabt hätte.
Fernsehbeiträge aus dem SRF-Archiv
Kapitel 2
Opernhaus und AJZ
Ende Mai 1980 genehmigte der Stadtrat einen 62-Millionen-Kredit für die Sanierung des Opernhauses. Die einseitige Verteilung der Kultursubventionen geriet in die Kritik, am Abend des 30. Mai 1980 kam es zu den Opernhauskrawallen. Im Zentrum stand die Forderung nach alternativen Kulturräumen für Jugendliche. Knapp zwei Monate später wurde das Autonome Jugendzentrum (AJZ) eröffnet – umstritten und bereits im März 1982 wieder geschlossen.
Fernsehbeiträge aus dem SRF-Archiv
Kapitel 3
Besetzt
Das ehemalige Industrieareal Wohlgroth an der Josefstrasse war die grösste Hausbesetzung, die Zürich je hatte – von Mai 1991 bis November 1993. Berühmt wurde die Wohlgroth durch die grossformatigen Aufschriften «ZUREICH» und «Alles wird gut», die aus allen ankommenden und abfahrenden Zügen sichtbar waren.
Fernsehbeiträge aus dem SRF-Archiv
Kapitel 4
S-Bahn
Die grossen Pendler*innenströme, die den Hauptbahnhof und den Bahnhof Stadelhofen heute prägen, gehen auf 1990 zurück, als die S-Bahn eröffnet wurde. Der HB wurde umgebaut und vergrössert, Stadelhofen wandelte sich von einer Station an der rechtsufrigen Seelinie zur hochfrequentierten Drehscheibe. Die S-Bahn war zentrale Voraussetzung für die Entwicklung der Metropolitanregion Zürich.
Kapitel 5
Platzspitz und Letten
Ab 1986 bildete sich im Platzspitz-Park hinter dem Landesmuseum ein Treffpunkt für Drogenhandel und Konsum. Lange tolerierte die Stadt die Entwicklung, bis die offene Drogenszene in den frühen 1990er-Jahren als «Drogenhölle» bis ins Ausland bekannt wurde. 1992 wurde der Park geschlossen, worauf sich die Szene beim stillgelegten Bahnhof Letten neu massierte. 1995 wurde auch dieser Ort geräumt – diesmal mit einer wegweisenden, breit abgestützten Strategie zur Unterstützung der Süchtigen.
Fernsehbeiträge aus dem SRF-Archiv
Kapitel 6
Südwest und Eurogate
Das Gleisfeld vor dem Hauptbahnhof war früher deutlich grösser, mit Gleisen bis zur Sihlpost und SBB-Werkstätten entlang der Anlage. Das Projekt «HB-Südwest» der 1980er-Jahre sah eine Überbauung der Gleisflächen vor, scheiterte aber am Streit zwischen Investoren, Verbänden und SBB. Der zweite Versuch «Eurogate» kam ebenfalls nie über den Planungstisch hinaus – erst zehn Jahre später gelang die Umsetzung in Form der heutigen Europaallee.
Fernsehbeiträge aus dem SRF-Archiv
Kapitel 7
Wohnen und Bauen
Bis Ende der 1980er-Jahre schrumpfte die Bevölkerung Zürichs, die Stadt war wenig attraktiv. Den Umbau zu einer lebenswerteren Stadt legte das Hochbaudepartement unter Stadträtin Ursula Koch an. Mit der Attraktivität wuchs die Bevölkerung wieder – und mit ihr Wohnungsknappheit und Wohnungsnot. Von «10 000 Wohnungen in 10 Jahren» bis zum Ziel, dass bis 2050 ein Drittel aller Wohnungen gemeinnützig sein soll: Wohnen bleibt hochpolitisch.
Fernsehbeiträge aus dem SRF-Archiv
Kapitel 8
Stadien
Das Thema Stadion beschäftigt Zürich seit über 20 Jahren. Der Letzigrund wurde pünktlich zur EM 2008 neu gebaut, beim Hardturm kam es bloss zum Abriss – ein neues Stadion wird bis heute durch Rekurse blockiert. Mehr Glück hatten Eishockey-Fans: Nach dem Auszug aus dem Hallenstadion fanden sie in der Swiss Life Arena in Altstetten eine neue Heimat.
Kapitel 9
Hochhäuser
Anders als London oder Frankfurt hat Zürich nur wenige Hochhäuser; in den 1980er-Jahren schränkte die Stadt den Hochhausbau stark ein. Die Stimmung kippte allmählich: 2008 wurde mit dem Prime Tower das damals höchste Gebäude der Schweiz fertiggestellt und zu einem prägenden Element des Stadtbildes. Heute wird vor allem in Altstetten, Oerlikon und Zürich West in die Höhe gebaut.
Fernsehbeiträge aus dem SRF-Archiv
Kapitel 10
Kaserne und PJZ
1986 fand in der Zürcher Kaserne die letzte Rekrutenschule statt, danach folgte eine jahrelange Debatte über die Nutzung des zentralen Areals, das die Polizei lange belegte. Gefordert wurde eine öffentlichere Nutzung. Als Befreiungsschlag erwies sich der Vorschlag für ein Polizei- und Justizzentrum (PJZ) am Güterbahnhof. Mit der Fertigstellung 2022 war der Weg frei für die Sanierung der Alten Kaserne und die Neunutzung des Areals.
Fernsehbeiträge aus dem SRF-Archiv
Kapitel 11
Autostadt / Velostadt
Im Mai 2025 wurde der Velotunnel unter dem Hauptbahnhof eröffnet – ursprünglich für das Strassennetz «Ypsilon» der 1960er-Jahre vorgesehen. Während in den 1960er- und 1970er-Jahren der Ausbau für den motorisierten Verkehr vorangetrieben wurde, zeigt der langjährige Einsatz von Aktivist*innen für das Velo heute konkrete Folgen: Das Velonetz wurde ausgebaut und soll weiterwachsen.
Fernsehbeiträge aus dem SRF-Archiv
Zur Ausstellung
Besuchen Sie die Ausstellung «Zürich 1976–2026» am Neumarkt 4 in der Zürcher Altstadt. Eine Zusammenarbeit von Baugeschichtlichem Archiv und Stadtarchiv Zürich mit Memoriav.
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